Meditation - ein Weg zu Sich Selbst
Nichts tun, einfach da sein
Einführung
In der heutigen Zeit sind die meisten von uns stark im Alltag gefordert. Die unterschiedlichsten Aspekte des Lebens - Arbeit, Haushalt, Beziehung, Familie u.s.w. - nehmen uns ganz schön in Anspruch. Wichtige und unwichtige Gedanken schwirren unübersichtlich durch unsere Köpfe und drängen sich ungefragt in den Vordergrund. Unser Geist ist permanent "in action" und bei vielen geht das Gerede im Kopf selbst noch nach Feierabend weiter. Eine fatale Folge ist, dass wichtige Dinge in den Hintergrund geraten oder sogar vergessen werden. Ein positiver oder kreativer Gedanke wird augenblicklich von hundert anderen, möglich unwichtigen, überschüttet.
Es entsteht eine Sehnsucht nach Ruhe, Entspannung und Gelassenheit. Eine Sehnsucht der immer mehr Menschen in unserer Stress-Gesellschaft nachgehen. Die Meditation, in ihren unterschiedlichen Formen mit ihren verschiedensten Techniken, ermöglicht Ihnen zur Ruhe zu kommen und das Leben in seiner ganzen Fülle anzunehmen. Meditation hilft das Gegenwärtige frei von Bewertungen und subjektiver Bedeutung der Vergangenheit (Erinnerungen) und der Zukunft (Pläne, Erwartungen, Ängste) zu erfahren. Wenn Sie in sich selbst ruhen, klar und in Frieden sind, strahlen Sie dieses Gefühl auch aus und ziehen im Aussen genau das an.
Was ist Meditation?
Was genau Meditation ist, läßt sich ohne weiteres nicht verallgemeinern. Der Begriff ist zu vielschichtig und die Vielzahl der Methoden unüberschaubar. Das Wort Meditation kann von dem lateinischsen Medi, Medius, 'der Mitte' abgeleitet werden. Wenn Sie diesen Wortstamm genauer betrachten, finden Sie eine Verwandtschaft zu den Wörtern Medicus, Arzt und Medizin, Heilmittel. Demzufolge kann Meditation (Zustand des in der Mitte sein) und Gesundheit im direkten Zusammenhang stehend, betrachtet werden.
Der durch Meditation hervorgerufene Zustand lässt sich medizinisch nachweisen: Bei allen Meditationstechniken erhöht sich die Alphawellenaktivität beim Menschen signifikant messbar. Alphawellen treten sonst lediglich in Zuständen tiefster Entspannung auf. Seit Jahrtausenden ist Meditation eine bewährte Methode Schmerzen zu lindern und Heilung zu fördern.
Grundsätzlich kann jeder Moment ein Moment der Meditation sein. Jeder Moment, in der die Ganzheit des Seins bewußt erlebt wird. Die Betonung liegt auf bewußt! Der Zustand der Meditation ist Bewußtheit. Es ist ein Zustand, der durch Worte lediglich angedeutet werden kann. Es ist die bewußte Begegnung des Seins - alles was ist - in seiner Schönheit, Einzigartigkeit, Tiefe, Freiheit und Liebe. Wenn Sie sich an Momente in Ihrem Leben zurück erinnern, die voller Glück, ekstatischer Freude und mit Erfolg gekrönt waren, dann kommen Sie der Definition von Meditation viel näher. Diese Erfahrungen hatten ihren Ursprung in Augenblicken großartiger Gefühle, in Ausbrüchen von Kreativität und schöpferischer Inspiration, in Augenblicken der Einsicht und in Momenten der Veschmelzung. Diese großartigen Erlebnisse sind Zustände der Meditation. In diesem Zustand fühlen Sie ein "Angekommensein". Sie fühlen Ehrfurcht vor der Existenz, große Dankbarkeit und inneren Frieden. Sie fühlen, dass Sie teil sind, von etwas viel größerem. Meditation ist keine Errungenschaft, die Sie sich mühsam erarbeiten müssen. Sie liegt in unserer Natur, an die es gilt, sich zurück zu erinnern. Meditation geschieht einfach. Nichtstun ist somit der Weg nach innen, Tun hingegen der Weg nach außen.
Die tatkräftige Suche im Aussen hat irgendwann ein Ende. Die Suche nach einem Partner, der Sie glücklich macht, ein Job, in dem Sie sich entfalten und sich weiter entwickeln können, eine neue Umgebung, mit der Hoffnung, das dann alles besser wird, bleiben reine Illusionen. Was geschieht ist, dass Sie Ihre Kraft nach Aussen geben. Sie sind niedergeschlagen und erschöpft. Meditation ist ein Weg, in dem Sie sich selbst begegnen und uneingeschränkt aus der Quelle des Lebens schöpfen können.
Welche Meditationstechniken gibt es?
Meditationstechniken sind in vielen Kulturkreisen entwickelt worden. Als Beispiele können die tanzenden Sufis (Islam), die fastenden und dem Nirvana zugewandten Yogis, die in sprechgesang vertieften orthodoxen Mönche oder die durch Trommelrhythmen vereinten Naturvölker zählen. Die Essenz aller authentischen Meditationstechniken ist jedoch die gleiche: bewusstes Beobachten, ohne Bewertung und ohne Absicht.
Grundsätzlich kann zwischen zwei Arten von Meditation unterschieden werden: Geistesruhe (Samatha) und Einsicht (Vipassana).
Bei der ersten Art werden Techniken benutzt, die die Aufmerksamkeit des Geistes auf ein einziges Objekt richten und jedem weiteren Gedanken keine Beachtung geschenkt wird. Auf diese Weise entsteht Stille und die Hingabe an die Existenz. Beispiele hierfür sind Visualisierungstechniken und die Beobachtung des Atem.
Die Meditation der Einsicht besteht aus Praktiken, die die Achtsamkeit schulen. Zunächst wird beispielsweise die Achtsamkeit des Atems geübt, um den Geist zu beruhigen und ins innere Gleichgewicht zu bringen. Anschließend wird die Achtsamkeit auf weitere körperliche und geistige Erfahrungen (Gefühle, Gedanken, Einstellungen, Reaktionen, Bilder, u.s.w.) ausgedehnt. Auf diesem Weg kommen Sie zu einem tieferen Verständnis über Sie selbst, Ihre Glaubenssätze und Muster.
Bei vielen Meditationstechniken ist das Sitzen in Stille erforderlich. Das fällt den meisten Menschen in unserer von Reizen überfluteten Gesellschaft jedoch nicht leicht, da sich Spannungen in unserem Körper- / Geistsystem aufgebaut haben, die es zunächst gilt zu ent-spannen.
Es gibt eine Reihe von aktiven Meditationen, wie z.B. die Bewegungsmeditationen vom indischen Meister und Mystiker namens Osho (Bhagwan). Hierzu gehören u.a.die Dynamische und Kundalini Meditation, in denen sich Phasen von Bewegung (Schütteln, Tanzen, Toben) und Stille abwechseln. Unterdrückte Gefühle kommen so zum Vorschein und Verhaltens- und Gewohnheitsmuster können neu betrachtet und transformiert werden. Ihnen wird es möglich sein, sich aus festen und alteingefahrenen Strukturen heraus zu bewegen und sich selbst in der Gegenwart ankommen zu lassen. Sie lernen zunehmend Ihre Aufmerksamkeit auf das Gegenwärtige zu richten und somit jeden Moment aufs Neue, frei von Vorurteilen und Erwartungen, erfahren zu können. Der Meditierer wird zum Abenteurer.
"...das Abenteuer, sich ins Unbekannte zu begeben, das größte Abenteuer, auf das sich der menschliche Geist einlassen kann. Meditation bedeutet einfach nur da sein, ohne irgendetwas zu tun - ke ine Handlung, kein Gedanke, keine Emotion. Du bist einfach da, und das ist reine Freude..." Osho.
Die aktiven Meditationen sind besonders empfehlenswert für Einsteiger sowie für Menschen, die über die zusätzliche Bewegung sich einen körperlichen Ausgleich schaffen wollen.
Welcher Meditationsweg für Sie der Richtige ist, können letztendlich nur Sie selbst herausfinden. Sehr zu empfehlen sind sogenannte Meditationscamps, in denen Sie durch praktische Übungen in die verschiedenen Formen der Meditation eingeführt werden.
Literaturempfehlung
Meditation für Anfänger von Jack Kornfield
In seiner sehr offenen Art gibt Jack Kornfiel hier eine Anleitung mehr und mehr in einen Zustand von EntspanntSein, innerer Klarheit und Gelassenheit zu gelangen. Qualitäten, die in unserem stressigen Alltagsleben von unschätzbaren Wert sind. Dieses Werk beinhaltet ebenso CDs mit geführten Meditationen.
Das Orangene Buch. Die Osho Meditationen für das 21. Jahrhundert von Osho (Bhagwan Shree Raijneesh)
Osho versteht es die Menschen auf beeidruckende Art und Weise zu konfrontieren und Sie aus Ihren alten Mustern herauszuholen. Dieses Buch ist ein praxisbezogenes Meisterwerk von ihm.
Meditation - Die erste und die letzte Freiheit von Osho
Eine Übersicht der bewährtesten Meditationstechniken der heutigen Zeit mit aktiven als auch stillen Meditationen. Osho geht hier auf häufige Fragen und grundlegende Problematiken eines jeden Meditierers ein.
