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Yoga - ein ganzheitlicher Weg zur inneren Ausgeglichenheit und Wohlbefinden

Körper, Geist und Seele miteinander verbinden

Einführung

Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet "verbinden, vereinen, verschmelzen". Yoga als Überbegriff steht für eine Vielzahl von Techniken, die die Körper-, Geist und die Seelenebene miteinander verbinden. Nach der Yoga-Lehre ist der Kopf der Ort des Wissens, das Herz der Ort der Hingabe und die Hände der Ort des Handelns. Im Yoga sind Körper, Geist und Seele so miteinander verbunden, dass sie im Einklang und in Harmonie zueinander stehen. Somit kann Yoga ein Weg sein, körperliche Beschwerden zu lindern, innere Einstellungen und Muster, die hinderlich sind, zu erkennen und zu verändern. Sie gewinnen Abstand von der "Ich"-Identifikation und ermöglichen sich dadurch die Welt klarer, einfacher und entspannter zu betrachten.

Yoga entwickelte sich in Laufe der Jahrtausende mit der Menschheit weiter. Heute kann es als ein geistiger Pfad betrachetet werden, der nach Patanjali in 8 Stufen - ashtanga (achtfach) - gegliedert werden kann:

- Yama - äußere Regeln, ethische Disziplinen
- Niyama - innere Regeln, Lebenseinstellung
- Asana - Körperübung/ Haltung
- Pranayama - Atemübung, Übung zur Energielenkung
- Pratyahara - Zurückziehen der Sinne
- Dharana - Konzentration
- Dhyana - Meditation, Verschmelzung
- Samadhi - Erwachen, Erleuchtung

Diese acht Stufen stellen die Vielschichtigkeit des Yoga als klaren Übungsweg dar. Zunächst muss das Denken beruhigt werden, um auf die nächsten Stufen der Konzentration und Meditation voran zu schreiten. Durchlaufen Sie diszipliniert diesen Weg, können Sie den höchsten Bewußtseinszustand und inneren Freiheit erlangen. Das übergeordnete Ziel beim Yoga ist das Bewußtwerden, dass alle Dinge eine Einheit bilden und somit auch man selbst Teil dieser Einheit ist.


Für wen ist Yoga geeignet?

Yoga kennt weder eine Altersgrenze, Geschlecht, Gesundheitszustand noch setzt sie eine besondere Gelenkigkeit voraus und wird von Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen praktiziert. Jeder Mensch, der nach intensiverem Körpergefühl, mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden strebt, ist eingeladen, jederzeit mit der yogischen Praxis zu beginnen. Yoga bietet für unterschiedliche Ansprüche verschiedene Wege an. Manche von ihnen sind körperlich anspruchsvoller, andere wiederum legen ihren Fokus auf Meditation.

Der in der westichen Welt bekannteste Weg ist Hatha-Yoga. Hierbei werden Körperstellungen praktiziert, die mit Atemübungen verbunden sind. In den verschiedenen Körperstellungen, auch Asanas genannt, können Sie mit Hilfe Ihrer Atmung tief in Ihr inneres Selbst hineinhorchen. Somit bietet Yoga neben des gesundheitlichen Wohlbefindens, der Flexibilitätsförderung auch die Selbstbegegnung und die geistige Weiterentwicklung. Yoga kann Sie dabei u nterstützen, Ihre Potentiale zu entdecken und zu fördern sowie Ihre Grenzen bewußt zu erweitern.

Es beginnt ein Prozess der intensiveren und bewußten Wahrnehmung. Die daraus entstehenden Veränderungen drücken sich u.a. in mehr Lebenslust, Stärke (hier auch die körperliche gemeint), Vertrauen, Mut, Freiheit und Durchhaltevermögen aus. Sie erfahren das Leben entspannter. Selbst in Stress-Situationen handeln Sie überlegter und konzentrierter. Hieraus resultiert Yoga im Alltag - das Gelernte wird angewandt.


Philosophie und Tradition

In der westlichen Welt wurde Yoga Ende des 19. Jahrhunderts durch Swami Vivekananda, ein Schüler des bekannten Ramakrishna, eingeführt. Er begann in den USA die vedischen Schriften zu lehren sowie Vorträge über Yoga zu halten. Die ersten Yogaschulen, in denen auch Körperübungen unterrichtet wurden, entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts. In den siebziger und achtziger Jahren kam es zu einer populären Trendwelle. Von überall her reisten Menschen nach Indien und umgekehrt gründeten viele indische Lehrer Zentren auf der ganzen Welt.

Traditionell gesehen gibt es im Yoga vier Hauptwege:

- Hatha Yoga, der Weg der körperorientierten Praktiken
- Raja Yoga, der königliche Weg (umfasst die Techniken des mentalen Trainings)
- Bhakti Yoga, der Weg der Hingabe und Liebe zu Gott
- Jnana Yoga, der Weg des Wissens

Es gibt Menschen, die diese Wege nacheinander wie eine Leiter beschreiten. Andere gehen je nach individuellem Bedürfnis die unterschiedlichen Wege. Es ist auch möglich mehrere gleichzeitig zu gehen. Es gibt kein Weg, der besser oder schlechter ist. Sie erfüllen nur unterschiedliche menschliche Bedürfnisse und führen zu dem einen und selben Ziel: des 'Einen Bewußtsein'

Heute finden Sie neben diesen traditionellen Wegen viele weitere Richtungen, wie z.B. Kundalini-, Mantra- ,Laya- oder Lachyoga.

Welcher der Richtige für Sie ist, bleibt Ihnen selbst überlassen. Hören Sie auf Ihr eigenes Gefühl! Denn nur der Übende selbst kann 'seine' Wahrheit, 'seinen' richtigen Weg finden.


Literaturempfehlungen

Es gibt unzählige Bücher, Veröffentlichungen, Bild- und Videomaterial über das Thema Yoga. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl:

Das große Yoga-Buch von Anna Trökes
Es ist ein großformatiges und sehr schön aufgemachtes gebundenes Standardwerk zum Hatha-Yoga. Mit über 350 Farbfotographien bietet dieses Buch nach einer Einführung in die Grundlagen, ein umfassendes Übungsprogramm an.

Ashtanga Yoga David Swenson
Dieses praktische Handbuch bietet klarformulierte Anleitungen der einzelnen Übungen sowie ebenso gute Illustrationen. Ein sehr leserfreundliches Werk, welches den praktischen Teil durch die jeweils spirituelle Bedeutung ergänzt.

Das Yoga-Lehrbuch von Gerhard Pflug
Dieses Werk vermittelt dem Leser umfangreiches Wissen über die Hintergründe und Ziele des Yoga. Neben den Körperübungen liegt hier ein weiterer Schwerpunkt auf verschiedene Meditationsthechniken. Für Einstieger als auch Fortgeschrittene ein interessantes Werk.

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